Deutschland 2006
 ... mit dem Kanu auf der Fulda
  (Pfingsten 2006 - SC Medizin Erfurt e.V.)
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Teilnehmer: Bernd Bärenklau, Robert Tilp, Thomas Fritsche, Katja Weise, Sabine Henkt, Felix Ludloff, Till Rudloff, Mandy Schröder, Josephin Eckardt, Marco Meiling, Lisa Endert, Felix Apel, Tilo Klisch und Heiko OttoDeu-2006-001-001

April / Mai 2006
Planung der schon beinah traditionellen Pfingst-Kanu-Tour des SC Medizin Erfurt e.V. Abteilung Judo. Bernd kümmert sich um die Organisation. Unser diesjähriges Ziel ist die Fulda zwischen der Stadt Fulda und Bad Hersfeld in Hessen. Wie üblich können sich Teilnahmewillige in eine Liste eintragen ... Ich verpenne es mal wieder !

25.05.2006 (Do) - Männertag
Die ebenfalls traditionelle Männertagswanderung des Sportvereins führt uns diesmal durch das Schwarzatal im Thüringer Wald. Eins von zahlreichen Gesprächsthemen während der feuchtfröhlichen Wanderung ist die Pfingst-Kanu-Tour am kommenden Wochenende. Verflixt !Deu-2006-001-002 Da war doch die Liste ... Frage Bernd, ob ich trotzdem noch mitfahren kann: Er meint, er kriegt das organisatorisch mit den Booten schon noch irgendwie hin - prima ! Teilnahmegebühr: 80,- €

02.06.2006 (Fr)
   Vormittag: Letzte Vorbereitungen für die Tour, Einkauf von Reiseproviant, Packen der Sachen, ... Auch wenn der ganze Ausflug nur 3 ½ Tage dauert wird die Kraxe dank Zelt, Schlafsack, Kochzeug & Wechselklamotten brechend voll !
   1600 Uhr - Treffen uns an unsrer Judohalle im Klostergang. Wetter: Nach tagelangem Regen & Kälte scheint endlich wieder die Sonne - das gibt Hoffnung für die nächsten Tage. Die Stimmung ist bestens - auch wenn sich die Abfahrt noch etwas verzögert, da Bernd länger arbeiten muss.Deu-2006-001-003 Vertreiben uns die Zeit mit Volleyball.
   1700 Uhr - Sind endlich vollzählig - zumindest die Truppe, die von Erfurt anreist. Stopfen unsere Taschen / Kraxen / Rucksäcke und einen wahren Berg an Lebensmitteln & Getränken in Bernds Audi A4 und Roberts VW Caravelle TDI - und los geht's, über die A4 bis zum Kirchheimer Dreieck, weiter über die A7 bis Niederaula und schließlich auf der Landstraße bis Rimbach an der Fulda.
   1900 Uhr - Haben unser erstes Ziel erreicht: das "Hofgut Rimbach" - ein Rittergut mit Pension und einer großen Wiese, auf der wir unsere Zelte aufschlagen dürfen (Preis pro Person: 5,- €). Auch wenn ein Gutteil der Wiese bereits von der "Kolping Jugend", die hier ihren Pfingsttreffen abhält, besetzt ist, reicht der verbleibende Platz für uns noch locker aus.Deu-2006-001-004
   1930 Uhr - Aufbau der Zelte unmittelbar am Ufer der Fulda. Wir haben insgesamt acht Zelte - sieben "normale" und Marcos "Zirkuszelt". Spielen anschließend Volleyball.
   2030 Uhr - Bernd & ich fahren nach Schlitz um Geld abzuheben und - logisch - dem hübschen kleinen Fachwerk-Städtchen mit Schloss und auffallend hohem Stadtturm einen Besuch abzustatten.
   2115 Uhr - Sind zurück in Rimbach. Inzwischen sind auch Tom, Sabine & Tilo aus Frankfurt / M. eingetroffen. Erhalten von Anneliese, der Chefin des Hofguts, die Erlaubnis, den großen Grill im Hof zu benutzen und bekommen zu unseren Thüringer Rostbratwürsten gleich noch ein paar Steaks spendiert. Verbringen den Rest des Abends zwischen Grill, "Rittersaal" (im dem gerade eine Junggesellenabschiedsparty im Alkohol ersäuft) und dem Lagerfeuer der "Kolpinger".Deu-2006-001-005
   Irgendwann zwischen 000 Uhr und 200 Uhr - Nachtruhe.

03.06.2006 (Sa)
   745 Uhr - Zeit zum Aufstehen - auch wenn der Kopf vom gestrigen Abend noch etwas schwer ist - scheiß Alkohol ! Die Dusche - ich kann nur eine einzige entdecken - ist in einem Nebenraum des "Rittersaals". Zum Glück hält sich der Andrang zu dieser morgendlichen Stunde noch in Grenzen.
   830 Uhr - Frühstück: Eine große Plane auf der Wiese dient als Tischdecke. Bernds Benziner und mein kleiner Gaskocher können den Großbedarf an Kaffee / Tee nur unzureichend decken. Dafür gibt's frische Brötchen und alles an Esswaren, was sich der Campingfreund so wünschen kann.
Deu-2006-001-006   1000 Uhr - Die Frühstückstafel ist aufgehoben - ich dachte schon fast, wir würden Mittags noch immer hier sitzen ! Letzte Vorbereitungen für den Aufbruch ... Die Zelte und ein Großteil des Gepäcks bleiben fürs erste in Rimbach. Schließlich hoffen wir, heute Abend wieder hier anzukommen.
   1015 Uhr - Endlich geht's los. Wir fahren mit den Autos über Schlitz nach Fulda. Unser Ziel ist die Station der "Kanutours Fulda" (Inhaber Elke & Harald Hoßfeld, Waldstraße 2, 36041 Fulda, Tel.: 0661 / 95250310)
   1045 Uhr - Haben uns bis zum Bootsverleih durchgefragt. Unsere Kanus liegen schon bereit. Bernd hat sieben Boote bestellt und auch schon bezahlt (30,- € pro Kanu & Tag zzgl. 60,- € für den Rücktransport).Deu-2006-001-007 Geplant waren je ein Kanu für zwei Personen. Da die Boote auch für drei Mitfahrer geeignet sind und sich entsprechende Grüppchen bereits gefunden haben, benötigen wir nur sechs Boot. Geld gibt's trotzdem nicht zurück - gerade mal 20,- € "Nachlass" - wie großzügig ! Immerhin bekommen wir neben den Paddeln noch wasserdichte Plastiktonnen fürs Gepäck und, wer will, eine Schwimmweste. An einer Wasserkarte erhalten wir letzte Tipps für die Tour - dann wird's ernst. Die Fulda ist hier noch nicht sonderlich breit, hat wegen des aktuell herrschenden Hochwassers aber eine beachtliche Strömung. Die Uferböschung ist unwegsam und schlammig. Das Wassern der Kanus gestaltet sich entsprechend schwierig. Beim Einsetzen des dritten Bootes passiert das erste Malheur: Felix rutscht aus und landet im eiskalten Wasser der Fulda.Deu-2006-001-008 Nun ja, wer den Schaden hat ... ;o)
   1130 Uhr - Das letzte Boot ist im Wasser und nun könnte es eigentlich losgehen, wenn ... ja wenn keine 50 Meter stromabwärts das erste Kanu nicht schon gekentert wäre. Marco, Lisa & der zweite Felix sind die Unglücksraben. Triefend nass und prustend versuchen sie, ihr Boot wieder fahrtüchtig zu machen, was - wie sich schnell zeigt - gar nicht so einfach ist. Das fängt ja gut an ! Zum Glück haben wir Wechselklamotten im Gepäck. Das Wetter ist nicht gerade dazu angetan, mit nasser Kleidung durch die Landschaft zu gondeln: Es ist windig und mit kaum 10 °C erbärmlich kalt für Anfang Juni. Der Himmel gibt sich bedeckt und es sieht mal wieder verdächtig nach Regen aus !
Eine Viertelstunde nach diesem unfreiwilligen TauchgangDeu-2006-001-009 kann es dann wirklich losgehen. So um die 25 Flusskilometer liegen vor uns. In zahllosen Schleifen windet sich die Fulda durch eine wunderschöne Auenlandschaft. Weiden und Erlen wachsen entlang der Ufer, recken ihre Äste und Zweige oft weit über den Fluss und bilden stellenweise regelrechte grüne Tunnel, durch die wir durchmanövrieren müssen. Zugegeben: Ein malerisches Bild, dass uns nicht selten das Gefühl vermittelt, tief im Dschungel unterwegs zu sein. Aber Vorsicht ! Die oft bis ins Wasser herabhängenden Äste sind tückische Hindernisse. Schnell treibt die kräftige Strömung das Kanu ins hölzerne Dickicht. Zweige peitschen ins Gesicht und zerkratzen die Haut. Und wenn man den Fehler begeht, sich festzuhalten und dabei die Strömung außer Acht zu lassen ... Tom & Tilo sind die nächsten, die ein unfreiwilliges Bad nehmen.Deu-2006-001-010 Die Fische im Fluss dürfen sich über einen zum Glück nicht mehr ganz so neuen Kassettenrecorder und einen Kasten Bier freuen, die bei dieser Aktion auf nimmer Wiedersehen in den Fluten verschwinden. Vor allem der Verlust des Bieres trifft uns hart ! ;o)
Inzwischen gibt es auch schon einen zur Jahreszeit passenden Namen fürs Kentern: eine "Flühlingslolle". Wetten werden abgeschlossen, wer wohl die nächste "Flühlingslolle" hinlegt.
   1300 Uhr - Wir haben das erste Wehr erreicht. Anstatt unmittelbar am Stauwerk auszusteigen, folgen wir dem Kanal bis zur Mühle von Kämmerzell. Dort heißt es, die Kanus mühsam aus dem Wasser wuchten, sie über eine schmale Holzbrücke balancieren und, vorbei an der Mühle, durch meterhohes nasses Gras und Brennnesseln, zur jenseitigen, bösartig steilen Uferböschung schleppen.Deu-2006-001-011 Das Wiedereinsetzen ins Wasser erfolgt - zum Erstaunen aller - ohne weiteren "Unfall". Auch die nächsten Flusskilometer bewältigen wir trocken - zumindest von unten, denn es hat inzwischen angefangen zu regnen.
In Lindermünd erwartet uns dann die nächste Überraschung in Form einer steinernen Bogenbrücke. Das Hochwasser strömt heftig durch selbige und lässt gerade mal in der Mitte 60 cm Platz bis zur Brückendecke - nicht viel mehr als unsere Kanus aus dem Wasser ragen. Die Boote um das Hindernis zu tragen wäre feige - darüber sind wir uns einig. Also Kopf eingezogen und durch ! Und - hurra ! - es klappt.
   1415 Uhr - So Pi mal Daumen zwei Kilometer und einige "Fast-Unfälle" später schlägt das Schicksal erneut zu.Deu-2006-001-012 Am Wehr von Hemmen. Nach beinah anderthalb Stunden Bootsfahrt ohne Kentern werden wir mutig. Um das Wehr zu umgehen müssten wir die Kanus durch ein Meer aus Brennnesseln schleppen - kein netter Gedanke. Alternativ könnten wir versuchen, mit den Booten über das relativ flache Wehr zu rutschen. Tom, Tilo & Marco, die eh schon nass sind und somit nichts mehr zu verlieren haben, erklären sich bereit, als Versuchskaninchen zu fungieren. Die Überfahrt gelingt ! Robert & Sabine folgen. Das dritte Kanu ist das von Bernd & mir. Da bisher alles gut geklappt hat, nehmen wir Lisa und eine zusätzliche Gepäcktonne mit an Bord. Das Boot liegt nun gefährlich tief im Wasser ! Genau wie unsere Vorgänger rutschen wir über die Staumauer ins knapp zwei Meter tiefer gelegene Flussbett. Alles läuft bestens bis unser Bug unter das brodelnde WasserDeu-2006-001-013 am Fuß des Wehrs gedrückt wird. Sekundenbruchteile später besuchen wir die Fische. Argh ! Das Wasser ist fürchterlich kalt ! Und Wechselkleidung gibt es auch keine mehr. Vor Kälte zitternd setzen wir 30 Minuten später die Fahrt fort. Jetzt hilft nur noch Paddeln - je schneller desto besser ! Zwei Drittel der Tagesetappe liegen noch vor uns. Nach kurzer Zeit bleiben die anderen Boote hinter uns zurück. Nur Felix, Josephin & Till halten unser Tempo - liefern uns ein regelrechtes Wettrennen.
   1545 Uhr - Kurz von Pford versperrt das nächste Wehr den Flusslauf. Wir riskieren nochmals eine Überfahrt - diesmal mit Erfolg. Weiter geht's im Eiltempo. Nur Bewegung hilft gegen die verflixte Kälte. Von den anderen Booten ist schon seit geraumer Zeit nichts mehr zu sehen.
Deu-2006-001-014   1700 Uhr - Hutzdorf liegt hinter uns, und somit Dreiviertel der Tagesstrecke. Noch immer halten Felix, Josephin & Till das Tempo - haben jetzt sogar die Führung übernommen. Hinter einer Flussbiegung versperrt plötzlich ein quer liegender Baumstamm den Fluss. Die Strömung treibt die drei schneller darauf zu als ihnen lieb ist. Die nächste "Flühlingslolle" ist vorprogrammiert ! Bernd & ich - nun vorgewarnt - überklettern das Hindernis. Doch kurze Zeit später landen auch wir noch einmal im kalten Flusswasser: Ein paar Sekunden Unaufmerksamkeit und ein tief hängender Ast genügen. Jetzt reicht's aber !
   1800 Uhr - Das letzte Hindernis liegt vor uns: das Wehr von Rimbach. Wir ziehen es vor, die Boote durchs tiefe Gras um die Staumauer zu ziehen.Deu-2006-001-015
   1820 Uhr - Rimbach - das Ziel - halleluja ! Wir schleppen die Boote auf die Wiese zu unseren Zelten und gehen erst einmal heiß duschen ! Eine Stunde später kommen die nächsten Boote an. Den Rest des Abends verbringen wir in herrlich trockener Wechselkleidung, bei satt zu Essen und einer großen Auswahl (hochprozentiger) Getränke am Lagerfeuer.

04.06.2006 (So - Pfingstsonntag)
   745 Uhr - Aufstehen, Duschen. Das Frühstück wird wieder auf der Wiese zelebriert und dauert entsprechend lange.Deu-2006-001-016 Anschließend bauen wir die Zelte ab und verteilen den Großteil unseres Gepäcks auf die Autos. Bernd, Robert, Sabine & Tom wollen das Gepäck zu unserem nächsten Ziel, dem Gelände des "Kanu-Wandervereins" von Bad Hersfeld, transportieren. Nach unserem nass-kalten Fiasko von gestern erscheint uns der Transport in den Kanus doch etwas zu unsicher.
   1015 Uhr - Alles ist für den Start zur zweite Etappe der Tour bereit: Die Kanus liegen am Ufer der Fulda. Alles notwendige Gepäck einschließlich Proviant und der heute deutlich großzügiger bemessenen Menge Wechselkleidung (man lernt halt immer wieder dazu !) ist in den wasserdichten Tonnen verstaut. Reibungslos werden die Kanus zu Wasser gelassen. Inzwischen haben wir ausreichend Übung darin (und der Uferbereich ist relativ flach). Zwei Kanus bleiben für unsere vier Autofahrer, die nach ihrer Gepäckmission hinter uns herpaddeln wollen, am Ufer zurück. Der Rest setzt sich nun langsam in Bewegung, mehr von der Strömung als von den Paddeln angetrieben.Deu-2006-001-017 Wir haben, auch wenn die Tagesetappe noch ein paar Kilometer länger als die gestrige ist, genügend Zeit und wollen Bernd & Co. Gelegenheit geben, uns schnell einzuholen. Das wir die Fulda, die im vor uns liegenden Streckenabschnitt meistenteils etwas breiter und auch nicht mehr ganz so reißend wie gestern ist, trotzdem nicht unterschätzen dürfen, bekommen wir schon nach wenigen Flussbiegungen anschaulich vor Augen geführt: Ein gekentertes Kanu hängt zwischen dem Geäst einer Weide. Die vormaligen Passagiere, eine Mutter und ihre total verdatterte Tochter stehen triefend nass und voneinander durch den Fluss getrennt rechts und links am Ufer. Tilo, der heute zusammen mit mir im Kanu sitzt, und ich beschließen eine gute Tat zu vollbringen und das Mädchen überzusetzen. Es gelingt, auch wenn wir dabei selber fast baden gehen.Deu-2006-001-018 Weniger Glück haben kurz darauf Marco, Lisa & Felix, die - wie auch immer - wiedermal als erste Bekanntschaft mit dem nassen Element machen. Der Titel "Pechvögel der Tour" dürfte den Dreien nun kaum noch zu nehmen sein. Was echte Solidarität ist, beweisen Till, Josephin & der andere Felix im zweiten Dreierboot wenige Minuten später: Nach einem misslungenen Stehversuch von Till treiben sie prustend an uns vorbei, das Kanu kieloben. Nun ja, geteiltes Leid ist halbes Leid ! ;o) Wenigstens ist heute die Luft um einige Grade wärmer als gestern, auf dass die unfreiwilligen Schwimmer nicht ganz so heftig frieren müssen.
   1315 Uhr - Schneller als gedacht haben uns Bernd, Tom, Sabine & Robert eingeholt.Deu-2006-001-019 Gemeinsam geht es weiter - zumindest auf den nächsten drei-vier Kilometern. Nach und nach beginnt sich das Feld schließlich wieder auseinander zuziehen. Tilo & ich übernehmen die Führung ohne es dabei auf ein Rennen anzulegen - zumindest noch nicht ...
   1530 Uhr - Wir erreichen Eichmühle. Ein Damm - der einzige der heutigen Etappe - versperrt hier den Lauf der Fulda. Ein guter Sammelpunkt. Das Bollwerk hat einen beachtlichen Stausee geschaffen. Wild treiben Bernd & Tom ihr Kanu über das hier beinah stehende Gewässer. Eine knappe halbe Bootslänge dahinter folgen Marco, Lisa & Felix. Das Wehr erreichen beide Boote nahezu gleichzeitig - und natürlich kommt es zur Diskussion, wer das Rennen gewonnen hat. Tilo & ich können darüber nur lachen - immerhin sitzen wir schon seit geraumer Zeit auf dem Damm und genießen die in letzter Zeit leider so seltenen Sonnenstrahlen.Deu-2006-001-020 Nach und nach treffen auch die anderen Boote ein - alle außer dem von Robert & Sabine. Wie sich später herausstellt, kämpfen sich die beiden just in diesem Moment ein paar Kilometer stromaufwärts durch Uferdickicht und Brennnesseln ... um Mandy & Katja, die mit ihrem Kanu bisher meist die Nachhut gebildet haben, aus "Seenot" zu retten. Dass letztere - alles andere als rettungsbedürftig - längst bei uns auf dem Deich von Eichmühle stehen, ahnen sie noch nicht.
   1645 Uhr - Die Kanus werden über das Wehr gehievt und wieder zu Wasser gelassen. Bis zum Tagesziel ist es nun nur noch ein Katzensprung. Ganz klar, dass - auch wenn es keiner offiziell verkündet hat - die Fahrt schnell wieder zum Wettrennen mutiert. Ein ganzes Stück sieht es so aus, als ob Tilo & ich den Sieg erringen können,Deu-2006-001-021 doch unter der Autobahnbrücke der A4 werden wir von Marco, Lisa & Felix und Sekunden später auch noch von Till, Josephin & Felix überholt. Den Sieg trägt keiner von uns davon. Im Eifer des Rennens sind wir alle ein ganzes Stück am Ziel vorbei geschossen. Die unscheinbar kleine Tafel mit dem Hinweis "KWH" am hölzernen Anlegesteg des Kanuwandervereins von Bad Hersfeld hat niemand ernst genommen.
   1730 Uhr - Die Boot sind an Land; Warten ist angesagt. Noch fehlen Robert & Sabine, die den Schlüssel zum VW-Bus - und somit zum Löwenanteil unseres Gepäcks - haben.Deu-2006-001-022 Irgendjemand findet heraus, dass sich die Deckel der wasserdichten Plastik-Tonnen hervorragend als Frisbee-Scheiben eignen. Nach geraumer Zeit wird Frisbee langweilig - viel interessanter ist nun die Frage, wer es schafft, wen ins kalte Fulda-Wasser zu werfen ...
   1845 Uhr - Robert & Sabine mitsamt dem Autoschlüssel sind - nach ihrer mangels Opfern erfolglosen Rettungsaktion - endlich auch in Hersfeld gelandet. Die Zelte werden aufgebaut und das Abendessen zubereitet. Die "Jungs vom Klub" leihen uns einen Riesenkochtopf und Sabine zaubert 'nen leckeren Gemüseeintopf, der Bernds "Drei-Sorten-Büchsen-Suppe" um Längen schlägt. Den Rest des Abends und einen Gutteil der Nacht verbringen wir bei Bier, Wein & Feuerwasser am Lagerfeuer.

05.06.2006 (Mo - Pfingstmontag)
   815 Uhr - Aufstehen, Duschen, Frühstück, ... wie gehabt.
   945 Uhr - Abbau der Zelte. Das Gepäck wandert wieder in die Autos, die diesmal allerdings an Ort & Stelle verbleiben.Deu-2006-001-023 Die heutige Tagesetappe ist kurz - kaum zehn Kilometer. Für 1400 Uhr haben wir bereits die Rückgabe der Boote vereinbart.
   1030 Uhr - Aufbruch zur letzten Etappe - diesmal bleiben wir im Pulk und lassen uns wirklich größtenteils von der Strömung treiben. Es gilt noch ein Wehr zu überwinden und ansonsten aufzupassen, nicht zu dicht an die Uferböschung heran getrieben zu werden - was bei der Breite des Flusses nicht allzu schwer ist - selbst wenn Anfänger wie ich den Platz des Steuermanns übernehmen.
   1345 Uhr - Endstation der Bootstour: eine kleine Anlegestelle oberhalb des Wehrs von Mecklar. Das Fahrzeug, mit dem die Boote abgeholt und unsere Fahrer zurück zu den Autos nach Bad Hersfeld gebracht werdenDeu-2006-001-024 sollen, ist angeblich schon unterwegs, bekommt Bernd per Handy mitgeteilt. Die Zeit vergeht, nur das Transportfahrzeug taucht nicht auf. Irgendwer stellt lautstark fest, dass Mandy - wie auch immer sie das geschafft hat - während der vergangenen drei Tage trocken geblieben ist. Höchste Zeit, dem Schicksal etwas auf die Sprünge zu helfen: Trotz mannhafter Gegenwehr wird sie von Marco, Till & Felix in die Fluten der Fulda gestürzt.
   1445 Uhr - Das Auto ist endlich da. Der Fahrer meint, er hätte die Anlegestelle nicht gefunden. Gemeinsam laden wir die Kanus auf den Anhänger. Ein letztes Gruppenfoto und ab geht's. Eine knappe Stunde später sind unsere Fahrer mit den Autos zurück. Bernd drängt darauf, nun schleunigst Richtung Heimat abzufahren, wird aber überstimmt. Alle haben einen Löwenhunger - und so werden erst einmal die restlichen Vorräte vernichtet.
   1630 Uhr - Heimreise. Für Tom, Sabine & Tilo geht's zurück in Richtung Frankfurt, der Rest fährt via A4 heim nach Erfurt.
   1745 Uhr - Zurück in Erfurt - ein toller Pfingstausflug geht (wie üblich viel zu schnell) zu Ende.

Bericht: Heiko Otto
Juni 2006       

Kommentar
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